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Geibel


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Emanuel Geibel



Emanuel Geibel
Emanuel Geibel

Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Lyriker.

Geibel wurde am 17. Oktober 1815 in Lübeck geboren. Der Sohn eines reformierten Pfarrers besuchte die Lübecker Katharinenschule und begann 1835 in Bonn ein Theologiestudium.

Ab 1836 studierte Geibel in Berlin Philologie, hier lernte er Chamisso, Eichendorff und Willibald Alexis kennen.

1838 bis 1840 war er auf Vermittlung Bettina von Arnims Hauslehrer beim russischen Gesandten in Athen; während dieser Zeit vertiefte sich seine Freundschaft zu Ernst Curtius, mit dem er Übersetzungen antiker Dichtkunst herausgab (Klassische Studien, 1840). Nach seiner Rückkehr veröffentlichte Geibel 1840 einen Band Gedichte im romantischen Volksliedton („Der Mai ist gekommen”), mit denen er einen anhaltenden Publikumserfolg erzielte.

Mit seinen gegen den Vormärz gerichteten Juniusliedern (1848) stellte er sich auf die Seite des politischen Konservativismus.

1852 folgte Geibel einem Ruf König Maximilians II. als Ästhetikprofessor nach München und wurde hier neben Paul Heyse zur Zentralgestalt des Münchner Dichterkreises der „Krokodile” (Herausgeber des Münchener Dichterbuchs, 1862).

Nach dem Kriegsjahr 1866 suchte Geibel um seine Entlassung an und kehrte 1868 in seine Heimatstadt Lübeck zurück, wo er am 6. April 1884 starb.

Geibel war mit seinen formal virtuosen Stimmungsgedichten, klassizistisch-epigonalen Dichtungen und patriotischen Gesängen (Sonette, 1846; Heroldsrufe, 1871) der populärste deutsche Lyriker in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Quelle: "Emanuel Geibel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009


Morgenwanderung



Wer recht in Freuden wandern will,
Der zieh' der Sonn' entgegen;
Da ist der Wald so kirchenstill,
Kein Lüftchen mag sich regen.
Noch sind nicht die Lerchen wach,
Nur im hohen Gras der Bach
Singt leise den Morgensegen.   

Die ganze Welt ist wie ein Buch,
Darin uns aufgeschrieben
In bunten Zeilen manch' ein Spruch,
Wie Gott uns treu geblieben.
Wald und Blumen, nah' und fern,
Und der helle Morgenstern
Sind Zeugen von seinem Lieben.  

Da zieht die Andacht, wie ein Hauch,
Durch alle Sinnen leise,
Da pocht an's Herz die Liebe auch
In ihrer stillen Weise.
Pocht und pocht, bis sich's erschliesst
Und die Lippe überfliesst
Von lautem, jubelndem Preise.  

Und plötzlich lässt die Nachtigall
Im Busch ihr Lied erklingen,
In Berg und Tal erwacht der Schall
Und will sich aufwärts schwingen.
Und in der Morgenröte Schein
Stimmt in voller Gluth mit ein:
Lasst uns dem Herrn lobsingen!  

Emanuel von Geibel (1815-1884)

 

Gedicht Morgenwanderung von Emanuel Geibel am Weg der Sinne - Ort der Stille - Bschlaber Höhenweg
Morgenwanderung
Parzinn - Bschlaber Höhenweg
Bergdorf Zwieslen

Bergschreibers Tourenbeschreibung Weg der Sinne - Ort der Stille


 

 
 

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