Am Christkönigsfest, dem 27.10.34, an einem herrlich klaren Herbsttage, wurde die Weihe des Kreuzes unter sehr großer Beteiligung der Stanzacher Bevölkerung vorgenommen. Die Teilnehmerzahl betrug über 100, die anschließend eigenhändig vermerkt sind. Der Jüngste zählte fünf, der Älteste 67 Jahre. Schon um die Mittagstunde begann gruppenweise der beschwerliche Aufstige über den von Neuschnee bedeckten Kar-Rücken und es langten die letzten Bergwanderer erst um drei Uhr früh oben an, wo selbst der Weiheakt mit mitgebrachten Böllern eingeleitet wurde und so dem ganzen ein überaus feierlich erhabenes Gepräge gegeben war. Herr Pfarrer Allgäuer nahm die Weihe des schön verzierten Kreuzes vor; anschließend er in ergreifenden Worten über Sinn und Zweck des erstandenen Kreuzes sprach. Weitere Ansprachen hielten der Bürgermeister, Alt-Bürgermeister, Gendarmerie-Inspektor und der Ortsleiter der Vaterländischen Front. Den Abschluß des Weiheaktes bildeten zwei vom Männergesangsverein gesungene Lieder und wiederum die donnernden Böller verkündeten dem Talbewohner den Abschluß der Bergfeier. Wohl jedem, der am heutigen Tage hier oben anwesend war, bleibt das in bleibender Erinnerung. Abends war hier noch bengalische Kreuzbeleuchtung.
Dieses Kreuz wurde auch zum Schutze gegen die Gefahren dieses Berges von der Gemeinde Stanzach errichtet. Nachdem schon fast 30 Jahre früher fast ein Drittel der Felder Stanzachs von hier aus übermurt und vernichtet worden war.
Gipfelkreuze waren zu dieser Zeit noch eine Seltenheit und dieses hier war sogar auf einem Steig erreichbar! So kam es, daß sich bereits in den 30er Jahren das Steinmandl – dort hieß es noch „Dollfußkreuz“ - eines regen Besuches erfreuen konnte. Vor allem „Arbeitsdienstler“, die bei der Lechverbauung im Arrig stationiert waren, wanderten an schönen Wochenenden gerne hier herauf und beschrieben in überschwenglicher Weise die schöne Aussicht auf Stanzach und das Lechtal.
Wie sorgfältig die Gipfelbucheintragungen genommen wurden, beweist jene von Hartmann Lechleitner, der ein Jahr nach der Kreuzeinweihung mit einer Fotografie seines Sohnes Josef (..am Gipfelkreuz lehnend) nachweist, daß dieser – mit seinen 5 Jahren und 2 Monaten – der jüngste Teilnehmer an der Bergmesse war.
Arthur Lechleitner (ein Bruder von „Post-Pepi“ - dem damaligen Postwirt aus Stanzach) unternahm damals schon geführte Wanderungen und brachte einige Jugendgruppen hier herauf, die im Gasthof „Post“ ...