Der Tschirgant, ein Berg, ein Bergrücken, ein Bergmassiv, ein Inselberg.
Ein Berg, der mich über die ganzen Jahre des Wanderns und Bergsteigens immer wieder angezogen hat - allein schon durch seinen eigenwilligen Namen Tschirgant.
Tschirgant, der Berg-Gigant.
Wie der gesamte Bergrücken sich lang hinstreckt, so wird umgangssprachlich der Bergname auch lang gedehnt als "Tschiehrgant" ausgesprochen. Mit Betonung auf der ersten Silbe, der höchsten Erhebung des Tschirgant-Gipfels gleich.
Mit 2.370 Metern erreicht der Tschirgant sicher nicht die höchsten Höhen der ihn flankierenden Lechtaler, Mieminger, Stubaier und Ötztaler Alpen. Er, der Tschirgant, streckt seinen Bergrücken vielmehr zwischen Gurgltal im Norden und Inntal im Süden auf einer beachtlichen Länge von 16 Kilometern in die Länge und dehnt sich über 5 Kilometer behaglich in die Breite.
Der Tschirgant ist vielfältig. Die Gestalt wechselt je nach Standort.
Von Westen aus dem Inntal kommend ist er ein vollkommen spitz zulaufendes Horn.
Vom Sinnesjoch im Norden gesehen erinnert der Tschirgant-Bergstock eher an die Gestalt eines Pferdes im gestreckten Galopp: der Felsgipfel als wehende Mähne, die Einsattelung der Haiminger Alm in der Mitte und die flachen Hochalmwiesen der Simmering Alm als Kruppe am östlichen Endpunkt beim Mieminger Plateau.
Lohnenswert ist jeder Aufstieg und bietet allen etwas, dem Wanderer, Bergsteiger, Gleitschirmflieger oder Mountain-Biker. Wenn ich wieder einmal am Tschirgant-Bergstock eine Tour unternehme, lasse ich gerne die Impressionen vergangener Unternehmungen Revue passieren:
- Der Fahrweg zur Karröster-Alm durch morgendlich wunderbar duftenden Kiefernwald. Ab der Alm auf steilem Steig durch Hochwald, Alpenrosenfelder und Latschen weit nach rechts ausholend zur Bergwachthütte und in leichter, versicherter Kletterei zum Gipfel des Tschirgant.
- Der lange Tag des Durstes. Von der Karröster Alm kommend die Überschreitung des Gipfels und Abstieg zur Karrer Alm. Danach ein schlimmer Verhauer im Forstweg-Labyrinth. Einige der wenigen Touren, an denen mir bei brütender Hitze und stechender Sonne einmal das Wasser ausgegangen ist.
- Dann das Mountain-Bike-Erlebnis schlechthin: Haiminger Alm. Startpunkt Dormitz mit gemütlichem Einrollen. Aber dann - tausend Höhenmeter unter dem Stollenprofil knirschende Forststraße immer knackig bergauf. Die einfache, aber nette Bewirtung auf der Haiminger Alm. Die Wahnsinnsabfahrt über den Wanderweg zum Zwischensimmering. Tiefblicke in's Inntal aus dem Fahrradsattel wie aus der Adlerperspektive.
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Gemütlich geht's auch zu am Tschirgant. Die Simmering Alm ist bequem über eine Fahrstraße erreichbar. Der Gipfel des Simmering ,2.096 m, ist unschwierig in einer gemütlichen Gehstunde zu erwandern. Imposantes Panorama. An der Simmering-Alm kommen wir nie an Tirols "besten" Kasknödeln und Speckknödeln vorbei. Für den Aufstieg nehmen wir gerne den schönen Alpsteig, zurück dann die Forststraße.
Und wer die Augen offen hält am Themenweg "Adlerweg", der sieht den König der Lüfte über sich am blauen Himmel seine Kreise ziehen.